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Klinische Leitfäden / Netzhaut & Glaskörper

Netzhautablösung

Aktualisiert

Auf einen Blick

Abhebung der neurosensorischen Netzhaut vom Pigmentepithel. Rhegmatogenen, traktiven oder exsudativen Mechanismus und Makulastatus bestimmen. Akuter Verdacht benötigt noch am selben Tag retinologische Beurteilung.

CAVE

  • Guter zentraler Visus schließt eine Makula-an-Ablösung nicht aus.
  • Beginn und Verlauf erfragen.

Klinik

  • Blitze, Floater, peripherer Vorhang oder Gesichtsfelddefekt; bei Makulabeteiligung sinkt der zentrale Visus.
Mechanismus und Dringlichkeit [1][3]
BefundVorgehenZeitpunkt / Detail
Rhegmatogen: durchgreifender Defekt mit subretinaler FlüssigkeitRisse, Ausdehnung und Makulastatus erfassen; sofort Vitreoretinaldienst kontaktierenMacula-on bedroht Zentralvisus; Macula-off bleibt dringlich, besonders bei frischem zentralem Verlust
Traktiv: kontrahierende Membranen heben die Netzhaut abDiabetische/proliferative Erkrankung, Makulagefährdung und zusätzliche Risse prüfenKombiniert traktiv-rhegmatogene Ablösung benötigt eigene Operationsplanung
Exsudativ: Flüssigkeit ohne ursächlichen Riss oder TraktionEntzündung, Gefäßerkrankung oder Tumor abklären; Ursache behandelnNicht jede seröse Ablösung mit rissgerichteter Operation behandeln

Diagnostik

  • Visus, RAPD, Gesichtsfeldsymptome, Beginn des Zentralverlusts, Linsenstatus, Operation/Trauma und Partnerauge erfassen. Beidseits dilatieren; Risslage, Ausdehnung, PVR und Makulastatus dokumentieren. OCT bei unklarer Foveabeteiligung, Ultraschall bei Einblickmangel.
  • Befunde direkt an das Netzhautteam übermitteln, einschließlich Einäugigkeit und Untersuchungsgrenzen. Zusatzbildgebung darf Überweisung nicht verzögern.

Differenzialdiagnose

  • Retinoschisis, exsudative oder traktive Ablösung, Aderhautabhebung und Glaskörpertrübungen.

Therapie

  • Operationszeit direkt mit Vitreoretinalchirurgie abstimmen. Makulastatus bestimmt Priorität, erlaubt aber keine routinemäßig verzögerte Überweisung bei Macula-off. Plombe, Vitrektomie oder pneumatische Retinopexie nach Rissen, Linse, Ausdehnung und Lagerungsfähigkeit wählen.
  • Vor Verlegung Lagerung/Nüchternheit mit aufnehmendem Team abstimmen; bei Sehbeeinträchtigung nicht fahren. Traktive/exsudative Formen ursachenbezogen behandeln statt Einheitsoperation.

Kontrollen

  • Nach Operation Netzhautanlage, IOD und Komplikationen prüfen.
  • Bei intraokulärem Gas Lagerung konkret erläutern; bis zur vollständigen Resorption keine Flugreisen und kein Lachgas. Die Freigabe erfolgt durch das Operationsteam.

Risikofaktoren & Kontext

  • Myopie, Netzhautrisse, Trauma, intraokuläre Voroperationen und Ablösung am Partnerauge beeinflussen das Risiko.
  • Wenn möglich beide Augen untersuchen.

Komplikationen

  • Proliferative Vitreoretinopathie und erneute Ablösung können weitere Eingriffe erfordern.
  • Die Visuserholung hängt unter anderem von Makulabeteiligung und deren Dauer ab.

Wann überweisen

  • Noch am selben Tag retinal vorstellen.
  • Keine Verzögerung durch nicht erforderliche Untersuchungen.
Quellen 3
  1. AAO · Posterior Vitreous Detachment, Retinal Breaks, and Lattice Degeneration Preferred Practice Pattern2025 · Initial evaluation; management; follow-up
  2. Royal College of Ophthalmologists · Intraocular gas and nitrous oxide safety alert2018 · Intraocular gas precautions
  3. ASRS · Retinal DetachmentPatient education factsheet · accessed 20 September 2026 · Rhegmatogenous, tractional and exudative mechanisms

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