Lichtblitze, Floater & Glaskörperabhebung
Auf einen Blick
Akute Lichtblitze und Floater erfordern Ausschluss eines Netzhautrisses oder einer Ablösung, auch bei gutem Visus.
CAVE
- Glaskörperblutung, Pigment, hohe Myopie, Trauma und frühere Netzhautrisse erhöhen den Verdacht.
Klinik
- Neue bewegliche Trübungen, temporale Blitze oder Rußregen.
- Nach Vorhang und Gesichtsfeldausfall fragen.
Diagnostik
- Beginn, Rußregen, Vorhang, Visusminderung, Trauma, Myopie, Kataraktoperation und Partneraugenablösung erfragen. Neue Symptome zeitnah in Mydriasis untersuchen; Vorhang, Visusminderung oder Blutung noch am selben Tag.
- Visus, Pupillen, vorderes Glaskörperpigment und Blutung prüfen. Netzhautperipherie über 360° untersuchen, gegebenenfalls mit Eindellung; nicht einsehbare Bereiche dokumentieren. Weitwinkelbild oder Weiss-Ring ersetzen die periphere Untersuchung nicht. Bei Medientrübung B-Bild und erneute Untersuchung planen.
Differenzialdiagnose
- Hintere Glaskörperabhebung, Netzhautriss, Ablösung, Glaskörperblutung und Migräneaura.
Therapie
- Netzhautriss risikoadaptiert behandeln.
- Unkomplizierte Glaskörperabhebung erfordert Aufklärung und klare Warnzeichen, keine routinemäßige Arzneitherapie.
Kontrollen
- Bei neuem Vorhang, Gesichtsfelddefekt, Visusabfall oder Zunahme von Blitzen/Floatern sofort wieder vorstellen, auch nach negativem Befund oder erfolgreicher Retinopexie. Zeichen schriftlich erläutern. Kontrolltermin vor Entlassung nach folgendem Schema festlegen.
| Befund | Vorgehen | Zeitpunkt / Detail |
|---|---|---|
| Akute symptomatische HGA, vollständig unauffällige Peripherie, keine Hochrisikobefunde | Klare Wiedervorstellungszeichen nennen; erneut in Mydriasis untersuchen | Meist nach 4–6 Wochen; bei neuen Symptomen früher |
| Glaskörperblutung, Pigment oder unvollständiger Einblick | Erhöhtes Rissrisiko; retinologische und wiederholte Untersuchung, bei Einblickmangel B-Bild | Hämorrhagische HGA häufig wöchentlich bis zur Aufklarung; bei Verschlechterung sofort |
| Akuter symptomatischer Hufeisenriss | Zeitnahe Retinopexie oder Netzhautchirurgie bei begleitender Ablösung | Nach Therapie häufig 1–2 Wochen, dann 4–6 Wochen; weitere Risse bleiben möglich |
| Asymptomatisches atrophes Loch oder operkulierter Defekt ohne Traktion oder zunehmende subretinale Flüssigkeit | Oft Beobachtung; Partneraugenanamnese und weitere Risiken berücksichtigen | Nicht jeden Defekt wie einen symptomatischen Traktionsriss behandeln |
Risikofaktoren & Kontext
- Myopie, Trauma, Kataraktoperation sowie Netzhautrisse oder Ablösung beider Augen erfragen.
- Symptombeginn und Verlauf dokumentieren.
Komplikationen
- Netzhautrisse, Glaskörperblutung und Ablösung können bei Glaskörperabhebung auftreten.
- Ein zunächst unauffälliger Befund schließt spätere Risse nicht aus.
Wann überweisen
- Bei Vorhang, Gesichtsfeldausfall, Visusminderung oder zunehmenden Symptomen noch am selben Tag untersuchen.
Quellen 1
- AAO · Posterior Vitreous Detachment, Retinal Breaks, and Lattice Degeneration Preferred Practice Pattern ↗2025 · Initial evaluation; management; follow-up
An Patienten, lokale Versorgungspfade und zugelassene Fachinformationen anpassen.