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Klinische Leitfäden / Netzhaut & Glaskörper

Diabetisches Makulaödem

Aktualisiert

Auf einen Blick

Diabetische Gefäßleckage betrifft die Makula. Zentrumsbeteiligung und Sehfunktion bestimmen das Vorgehen.

CAVE

  • Ischämie, vitreomakuläre Traktion und andere Visusursachen prüfen.
  • Dicke allein erklärt die Funktion nicht.

Klinik

  • Zentrale Unschärfe, Kontrastverlust oder asymptomatische Verdickung bei Untersuchung.

Diagnostik

  • Bestkorrigierten Visus/Refraktion und OCT beidseits. Zentrumsbeteiligung, intra-/subretinale Flüssigkeit, vitreomakuläre Traktion und epiretinale Membran bestimmen; Segmentierung vor Dickenbewertung prüfen.
  • Retinopathiestadium, gegebenenfalls Ischämie, Linse, IOD/Glaukom, HbA1c, Blutdruck und Niere beurteilen. Angiografie bei ungeklärtem Visus, Ischämieverdacht oder Laserplanung. Diabetisches von postoperativem, venösem oder entzündlichem Ödem abgrenzen.

Differenzialdiagnose

  • Ödem bei Venenverschluss, postoperatives zystoides Ödem, neovaskuläre AMD und traktive Verdickung.

Therapie

  • Pfad nach Zentrumsbeteiligung und Sehfunktion wählen, dann wiederholte Termine auf Machbarkeit prüfen. Systemische Kontrolle optimieren, ohne indizierte Augentherapie zu verzögern.
  • Eine Injektion definiert kein Versagen. Nach ausreichender Aufsättigung Visus/OCT vergleichen und Termin-/Intervalltreue bestätigen. Restverdickung bei besserem Visus ist anders als Visusverlust mit Traktion/Ischämie; dort Diagnose vor weiteren Injektionen prüfen.
Zentrumsbeteiligung × Sehfunktion [1][2][3]
BefundVorgehenZeitpunkt / Detail
Nichtzentrales klinisch signifikantes ÖdemGegebenenfalls fokalen/Gridlaser; systemische Risiken optimierenAnnäherung ans Zentrum überwachen; Zentrumsbeteiligung nicht allein nach Visus definieren
Zentrales DME bei gutem Visus, z. B. 20/25 oder besser in Protocol VGeplante Beobachtung bei zuverlässigen Kontrollen und Therapie bei Visusverschlechterung möglichStudienbeobachtung hatte feste Kontrollen; OCT-Verdickung allein war kein Injektionstrigger
Zentrales DME mit SehbeeinträchtigungIn der Regel Anti-VEGF zuerst; präparatespezifische Aufsättigung und WirkungsprüfungNationale Erstattungsschwellen sind keine universellen biologischen Therapiegrenzen
Unvollständige Wirkung, ungeeignetes Anti-VEGF oder hohe TerminlastDiagnose und tatsächliche Therapie prüfen; bei Auswahl Steroid, ergänzenden Laser oder bei relevanter Traktion Operation erwägenSteroid erfordert Linsen-/IOD-Prüfung und Kontrollen; Pseudophakie beseitigt nicht das Glaukomrisiko

Kontrollen

  • Initial aktiv häufig monatlich gemäß gewähltem Schema kontrollieren. Beobachtung bei gutem Visus erfordert feste Visus-/OCT-Termine, im Protocol-V-Ansatz zunächst etwa innerhalb 8 Wochen, dann stabilitätsabhängig.
  • Rescue-Kriterien vorher definieren; bei Visusabfall früher. Nach Steroidimplantation Druckkontrollen gemäß Präparat/Risiko; trockenes OCT beseitigt Druckrisiko nicht.

Risikofaktoren & Kontext

  • Systemische Kontrolle und bisherige Netzhauttherapie prüfen.
  • Katarakt, Ischämie oder Traktion als zusätzliche Visusursache erfassen.

Komplikationen

  • Chronisches Ödem und Ischämie können die Erholung begrenzen.
  • Intravitreale Steroide können IOD und Kataraktrisiko erhöhen; Injektionen bergen ein Infektionsrisiko.

Wann überweisen

  • Bei visusrelevantem zentralem Ödem, persistierender Aktivität oder operationsrelevanter Traktion überweisen.
Quellen 3
  1. NICE · Diabetic retinopathy: management and monitoringNG242 · 13 August 2024 · 1.6 Diabetic macular oedema
  2. AAO · Diabetic Retinopathy Preferred Practice Pattern2025 · Diagnosis; management; follow-up
  3. NEI / DRCR Retina Network · Protocol V2019 · randomised trial · Good baseline acuity; planned observation and rescue treatment

Britische Leitlinien: Überweisungswege und Erstattungskriterien können regional abweichen.