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Klinische Leitfäden / Katarakt & IOL

Altersbedingte Katarakt

Aktualisiert

Auf einen Blick

Eine Linsentrübung ist relevant, wenn sie die Sehfunktion oder die Behandlung anderer Augenerkrankungen beeinträchtigt.

CAVE

  • Unverhältnismäßigen Visusverlust nicht einer geringen Katarakt zuschreiben.
  • Makula, Sehnerv und Augenoberfläche prüfen.

Klinik

  • Zunehmende Unschärfe, Blendung, Kontrastverlust, monokulare Doppelbilder oder Refraktionsänderung.

Diagnostik

  • Funktionsbeschwerden, bestkorrigierten Visus/Refraktion, Blendung und realistisches Sehpotenzial erfassen. Oberfläche, Hornhaut, Pupille, Zonula, Linse und Fundus untersuchen; Makula-OCT nach Beschwerden, Befund oder IOL-Wahl.
  • Vor Biometrie trockenes Auge stabilisieren. Qualität von Achslänge/Keratometrie, frühere Hornhautchirurgie, Pseudoexfoliation/Phakodonesis, enge Pupille, Alpha-Blocker, Antikoagulation, Diabetes sowie Uveitis/Retinopathie dokumentieren. Systemische Medikamente nicht pauschal absetzen; gemeinsam planen.

Differenzialdiagnose

  • Makulopathie, irreguläre Hornhaut, unkorrigierte Fehlsichtigkeit und Optikusneuropathie.

Therapie

  • Operation anbieten, wenn kataraktbedingte Einschränkung den Eingriff rechtfertigt, nicht ab einer starren Visusgrenze. Refraktionsziel/IOL vor Einwilligung abstimmen; bei Zonula-/Pupillenrisiko Hilfsmittel und erfahrenen Operateur planen.
  • Augenantisepsis und evidenzbasiertes intrakamerales Antibiotikaprotokoll. ESCRS unterstützt gegebenenfalls Cefuroxim 1 mg in 0.1 mL am Operationsende; korrekte Zubereitung und Allergieprüfung sind wesentlich. Postoperativ häufig topisches Steroid plus NSAR, unter Beachtung der Hornhaut und des diabetischen Makularisikos.

Kontrollen

  • Frühkontrolle nach Eingriff und Risiko: Komplikationen, Glaukom, Einäugigkeit oder unerwartete Beschwerden erfordern eher direkte frühe Untersuchung. Visus, IOD, Wunde, Hornhaut, Kammerentzündung und IOL-Lage prüfen. Kontaktweg am selben Tag bei Schmerz/Visusabfall geben. Refraktion und Endergebnis nach Stabilisierung beurteilen.
Unerwarteter postoperativer Befund [1][2]
BefundVorgehenZeitpunkt / Detail
Schmerz, Visusabfall, Hypopyon oder starke EntzündungEndophthalmitis dringend ausschließen; Glaskörper, Wunde und Fundus, gegebenenfalls B-BildNoch am selben Tag operativ/retinologisch; Zeitpunkt allein trennt TASS und Infektion nicht sicher
Hornhautödem oder unerwartet schlechter VisusIOD, Wunde/Seidel, Kammertiefe, Descemet-Membran und Linsenreste prüfenSchmerzhafter Hochdruck oder flache Kammer erfordern zeitnahe Behandlung
Hypotonie oder LeckverdachtWunddichtigkeit und Kammer prüfen; operierendes Team informierenLeck erhöht Infektionsrisiko; Behandlung nach Ausmaß und Kammerstabilität
Spätere zentrale Unschärfe/MetamorphopsieMakula-OCT auf zystoides Ödem; Refraktion, Oberfläche und Nachstar prüfenNicht jede postoperative Visusminderung als Nachstar erklären

Risikofaktoren & Kontext

  • Trauma, Voroperationen, Steroidexposition, Diabetes, Pseudoexfoliation und Pupillenerweiterung erfassen.
  • Sie beeinflussen die Operationsplanung.

Komplikationen

  • Individuelle Risiken für Kapselruptur, Infektion, zystoides Makulaödem und Refraktionsabweichung besprechen.
  • Späterer Nachstar kann den Visus erneut mindern.

Wann überweisen

  • Schmerzen und Visusabfall nach Operation erfordern dringenden Ausschluss einer Endophthalmitis oder anderer Komplikationen.
Quellen 2
  1. ESCRS · Recommendations for Cataract Surgery2024 recommendations · online executive summary · 4.1 Patient selection; 4.2 Preoperative assessment; IOL selection; postoperative care
  2. RCOphth · Managing an outbreak of postoperative endophthalmitis2022 · Recognition and initial management of suspected cases

Europäische Leitlinien. Verfügbarkeit und Zulassung von Arzneimitteln lokal prüfen.